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Handelszeitung berichtet über unsere Überraschungs-Erlebnisse

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Blog, Startup

Wir freuen uns über den Artikel in der Handelszeitung, der grössten Schweizer Wirtschaftszeitung und die positive Einschätzung des Experten.

Die Business-Idee

Einmal ein Flugzeug selbst fliegen, einmal eine Klangschalen-Massage hautnah erleben oder einmal etwas ganz Verrücktes tun und ein Drei-Gang-Menu Gang für Gang in drei verschiedenen Restaurants der Stadt einnehmen – Erlebnisse gibt es viele. Die Organisation abgeben und gleichzeitig Freunde, Mutter oder Partner überraschen, das macht das Berner Startup Appentura seit 2015 möglich: «Wir bieten Überraschungs-Erlebnis-Geschenke in der Deutschschweiz», sagt Gründer Stefan Flück. «Der Schenkende wählt die Aktivität aus, der Beschenkte erhält dann zu gegebener Zeit Anweisungen auf sein Handy und erfährt erst vor Ort, was ihn erwartet.»

Den Tag und das Transportmittel kann der Beschenkte bestimmen; einzig saisonale Hinweise, die Dauer des Erlebnisses und Anweisungen zu Kleidung und Ausrüstung erhält er vorab. Reist der Beschenkte mit öffentlichen Verkehrsmitteln an und verpasst die Bahn, hilft eine Notfall-Hotline. «Aber das kam bisher zum Glück selten vor», so der Gründer.

Der Gründer

Stefan Flück ist Wirtschaftsinformatiker mit Startup-Erfahrung. Nachdem er jahrelang die Geschäftsführung eines Business-Software-Startups innehatte, wollte er 2014 endlich sein eigenes Ding machen. «Ich war am Startup-Weekend in Bern und total begeistert von der Gründer-Energie», erzählt er. Zurück zu Hause sammelt er über dreissig Ideen. An einem langweiligen Sonntag entsteht der zündende Gedanke: «Ich mache eine App, mit der man sich selbst mit Erlebnissen überraschen kann.» Am folgenden Startup-Weekend stellt er sein Konzept vor und gewinnt. «Das brachte mir ein Netzwerk und einen Coworking-Platz für die ersten Schritte», sagt Flück. Im August 2015 geht appentura.ch live, im Oktober gründet er eine GmbH. Nach Testversuchen merkt er: «Menschen geben für sich selbst ungern viel Geld aus – aber schenken grosszügig.» Besonders Sammelgeschenke innerhalb von Freundeskreis und Familie treiben das Geschenkbudget. Also wird aus der Überraschungs-App für einen selbst eine Überraschungs-App für aussergewöhnliche Geschenke.

Das Kapital

Das Startkapital bringt er selbst auf. Anfang 2016 folgt ein zinsloses Darlehen einer Stiftung in Höhe von 100 000 Franken. «Damit konnte ich in Mitarbeiter und ein kleines Büro investieren», so Flück. Seit Mitte 2016 unterstützen ihn Softwareentwickler Martin Imfeld in Design und Entwicklung von Website und Grafik sowie Tourismus-Marketing-Expertin Caro Flück bei der Organisation von Partnerschaften und Erlebnissen. Zudem sind nach Bedarf sechs Freelancer im Einsatz.

Der Markt

Rund 120 Erlebnisse in der Deutschschweiz, vom kurzen Adrenalinschub über entspannende Wellness-Wochenende bis hin zu kulinarischen Ausflügen, hat Appentura im Angebot. Die Preisspanne reicht von 8 bis 2000 Franken. Im Schnitt geben Schenkende 200 Franken für die Überraschung aus. Die Marge liegt im mittleren zweistelligen Bereich und setzt sich aus Buchungsgebühr und Provisionen der Buchungspartner zusammen.

Die Chance

Seit 2015 haben sich Umsatz und Kundenzahlen jährlich verdreifacht – darauf sind wir stolz», sagt Stefan Flück. Rund 2’000 Überraschungen wurden bereits verkauft. Aktuell läuft eine Finanzierungsrunde, die im Herbst mit der Wunschsumme von 250 000 Franken und einem IT-affinen Partner abgeschlossen sein soll. «Damit werden wir dann zur AG und investieren voll in Wachstum», so der Gründer, «wir wollen die Buchungen noch stärker automatisieren, in Marketing investieren und 2019 expandieren.» Auf dem Plan stehen Deutschland und Österreich, aber auch Übersee.

Das meint der Experte

«Die Geschäftsidee hat auch international schönes Potential. Erlebnisse, Technik und Service müssen aber immer stimmen.»

Urs Wagenseil, Hochschule Luzern, Institut, für Tourismuswirtschaft

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Der Artikel erschien am 11. Oktober 2018 in der Handelszeitung.
Autorin: Sira Huwiler
Foto: Raffael Waldner

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